Autor: Charles Liebherr

  • Die Stärke der EU-Aussenpolitik liegt nicht beim Tempo

    Die Stärke der EU-Aussenpolitik liegt nicht beim Tempo

    Wochenlang kann die EU in einer dringlichen Frage nichts entscheiden. Kein Zeichen der Stärke, oder doch?

    Sanktionen verhängen gegen Personen eines Unrechtsregimes bleiben in der Regel ohne grosse politische Wirkung.

    In diesem Sinne ist es eigentlich nicht entscheidend, wann sich die 27 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union endlich auf ein gemeinsames Vorgehen gegenüber den weissrussischen Machthabern einigen können.

    Hätte die EU aber Sanktionen rasch beschlossen, im Einklang mit der Weigerung, eine offensichtlich manipulierte Präsidentschaftswahl in Belarus anzuerkennen, dann wäre das unbestritten ein klares Signal gewesen.

    Ein Signal, dass die EU in der europäischen Aussenpolitik allmählich mehr Ambitionen zeigt.

    Der französische Präsident Emmanuel Macron fordert das schon lange. Er erlaubt sich gelegentlich auch verbale Entgleisungen, diesen Anspruch geltend zu machen.

    Die deutsche Bundeskanzlerin geht zögerlicher vor. Sie setzt auf diplomatisches Geschick.

    So breit ist das Spektrum der Meinungen, welches die richtigen Instrumente einer europäischen Aussenpolitik sein könnten.
    So breit muss jeder Absprache innerhalb der EU sein in aussenpolitischen Fragen.

    Das passt schlecht zu kantigen und programmatischen Reden über eine neue, selbstbewusste, also relevante Stimme der Europäischen Union in der internationalen Politik.

    In diesem Sinne sind die nun beschlossenen Sanktionen gegen Lukaschenkos weissrussische Schergen ein schwaches, weil zu spätes Signal.

    In aussenpolitischen Fragen ist die die EU aber nicht so schwach, wie es auf den ersten Blick erscheint.

    Es mag gelegentlich der Eindruck entstehen, die EU spreche nicht mit einer Stimme.

    Das stimmt.

    In der EU sind 27 Stimmen gefragt. Und diese Vielfalt kann auch eine Stärke sein und vor allem ein zentrales Merkmal der europäischen Aussenpolitik.

    Eine solche europäische Aussenpolitik kann bemerkenswert differenziert sein.

    Schwach ist nur, dass die EU diese Differenziertheit nicht besser ausspielt.

    Im Falle von Belarus wäre eine rasche, klare Ansprache gefragt.

    In der Frage, wie die EU die komplizierte Partnerschaft mit einer unberechenbaren türkischen Regierung gestaltet, ist mehr Finesse erforderlich.

    Wenn die EU in der Aussenpolitik diese Vielfalt ausspielte, könnte sie -bemerkenswert differenziert- eine tragende Rolle spielen.

  • Endlich: Belgien hat eine neue Regierung ohne Zukunft

    Endlich: Belgien hat eine neue Regierung ohne Zukunft

    Knapp zwei Jahre nach dem Sturz der letzten Regierung und rund 18 Monate nach den Parlamentswahlen hat Belgien endlich eine neue Regierung.

    Sie besteht nur aus Verlierern und wird im besten Fall nur bis zu den nächsten Wahlen im Amt bleiben.

    Politisch bleibe Belgien fest im Krisenmodus verankert.

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  • EU-Kommission zieht Urteil zu Apple weiter

    Twitter Nachricht der liberalen Vizepräsidentin der EU-Kommission für Wettbewerbsfragen

    Apple profitiert in Irland von extrem tiefen Steuern.

    Die EU-Wettbwerbsbehörde ist der Auffassung, dass das unzulässe Staatsbeihilfen Irlands sind.

    Irland müsse 13 Mrd. € von Apple einfordern.

    Irland weigert sich. Apple klagte vor dem europäischen Gericht.

    Dieses gab Irland recht.

    Nun muss aber die oberste Instanz – der EuGH, der Europäische Gerichtshof, abschliessend entscheiden.

    Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis dieser Fall juristisch geklärt sein wird.

  • Auch dieser EU-Migrationspakt wird an der Realität scheitern

    Auch dieser EU-Migrationspakt wird an der Realität scheitern

    Mit einem ganzen Paket an Reformen will die EU die europäische Asyl- und Migrationspolitik neu ausrichten.

    Der heiklen Frage nach einem fixen Verteilschlüssen von Flüchtlingen stellt die EU-Kommission einen neuen Vorschlag entgegen: Je grösser die Zahl von Ankommenden ist, desto verbindlicher die Vorgaben der EU.

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  • UK bleibt ein unberechenbarer Partner der EU

    Es ist eher ungewöhnlich, dass die Präsidentin der EU-Kommission Gerüchte über einen möglichen Gesetzesentwurf, der noch gar nicht veröffentlicht wurde, kommentiert.

    Im Zuge der schmerzvollen Trennung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich darf das aber nicht erstaunen.

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  • In der EU ist der Nutzen der Personenfreizügigkeit fast unbestritten

    An der polnischen Grenze stauten sich im Frühjahr Lastwagen auf mehreren Kilometern, in Luxembourg konnten Pflegemitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Frankreich und Deutschland nur mit Einschränkungen einreisen, im Sommer verliessen ferienhungrige Touristen Hals über Kopf ihre Liegestühle am Strand, um kurzfristig erlassenen Reise-Einschränkungen oder Quarantäne-Pflichten zuvor zu kommen.

    Die letzten Wochen haben EU-Bürgerinnen und Bürgern in Erinnerung gerufen, dass das Recht auf freien Personenverkehr keine Selbstverständlichkeit ist. Die Einschränkung dieser Grundfreiheit stösst in der EU auf wenig Verständnis.

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