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Interessantes unterwegs gefunden

  • Energiequelle Atomkraft: Erwartungen und Realität liegen weit auseinander

    Die Energiekrise in Europa wegen des Krieges von Russland gegen die Ukraine hat die europäische Debatte wieder beschleunigt, ob Atomkraft nicht doch wieder eine grosse Zukunft habe, um in der EU die steigende Nachfrage nach Strom zu befriedigen.

    Wichtig wäre eine nüchterne Kosten-Nutzen-Betrachtung. Da sprechen die Fakten im Moment eher gegen die Atomenergie – aus Kostengründen.

    Der Bau neuer Atomkraftwerke ist viel länger als zu Projektbeginn versprochen und die Kosten explodieren. Die Folge: Der aus AKW gelieferte Strom ist nicht konkurrenzfähig und kann nur durch staatlich Preisgarantien “gesenkt” werden. Die Kosten hat die Allgemeinheit zu tragen.

    Die Zeitung Financial Times hat das in einer eindrücklichen Grafik dargestellt.

  • Zitat zum Sonntag von Herrn Bichsel

    „Ich sitze hier. Ich denke vor mich hin. Ich lese. Ich höre Radio.“

    Schriftsteller Peter Bichsel, Solothurn, 90, in der Neuen Zürcher Zeitung am 19. Januar 2025. Es ist die Antwort für der Frage, was er all die Monate gemacht habe.

  • Das Geschlecht ist unerheblich beim Kauf eines Zugtickets

    Der oberste Gerichtshof der EU kommt zum Schluss, dass es in vielen Fällen das Geschlecht unerheblich ist beim Kauf einer Dienstleistung, zum Beispiel beim Kauf eines Zugbillets.

    Beim Datenschutz geht es bekanntlich nicht nur darum, Daten zu schützen, sondern auch zu prüfen, ob Daten überhaupt erhoben werden müssen.

    In einem wegweisenden Urteil hatten die EU-RichterInnen zu entscheiden, ob die französische Bahn SNCF rechtmässig von ihren Kundinnen verlangt, beim Kauf eines Fahrscheins das Geschlecht anzugeben.

    Der Gerichtshof weist darauf hin, dass nach dem Grundsatz der Datenminimierung, mit dem der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zum Ausdruck gebracht wird, die erhobenen Daten dem Zweck angemessen und erheblich sowie auf das für die Zwecke der Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sein müssen.

    Weitere Begründnung:

    In diesem Zusammenhang erscheint eine Personalisierung der geschäftlichen Kommunikation, die auf einer anhand der Anrede des Kunden angenommenen Geschlechtsidentität beruht, nicht objektiv unerlässlich, um die ordnungsgemäße Erfüllung eines Schienentransportvertrags zu ermöglichen. Das Eisenbahnunternehmen könnte sich nämlich für eine Kommunikation entscheiden, die auf allgemeinen und inklusiven Höflichkeitsformeln beruht, die in keinem Zusammenhang mit der angenommenen Geschlechtsidentität der Kunden stehen, was eine praktikable und weniger einschneidende Lösung wäre.

    Dann warten wir mal gespannt, bis auf www.sncf-connect.com die Anpassungen vollzogen sind.

  • Mein Zitat der Woche

    „Wir können uns mit Schwachsinn befassen, an den andere Länder nicht einmal denken, weil sie andere Probleme haben.“

    Alex Frei, NZZ, 7. Dezember 2024.

    Volltreffer.

  • Bei Weinflaschen will die Schweiz keine dynamische Anpassung an EU-Recht

    Bei Weinflaschen will die Schweiz keine dynamische Anpassung an EU-Recht

    Bis Ende 2024 will der Schweizer Bundesrat mit der EU-Kommission die Verhandlungen über ein neues Paket an bilateralen Verträgen abschliessen.

    Es gilt letzte hoch-politischen Kompromisse zu finden.

    Es geht um grosse Fragen wie Kohäsions-Beiträge in Milliardenhöhe für Osteuropa, flankierende Lohnschutz-Massnahmen oder Schutzklauseln gegen zu hohe Einwanderung.

    Es geht aber auch um letzte kleine technische Differenzen und es geht um Kuriositäten. Dazu gehört ein Sonderwunsch der Schweiz bei der Normierung von waadtländischen Weinflaschen.

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  • Duftnote von Rechtsaussen: Elon Musk soll EU-Menschenrechtspreis erhalten

    Der Sacharow-Preis für geistige Freiheit, bekannt als der EU-Menschenrechtspreis, verleiht das EU-Parlament jährlich und zeichnet damit besondere Verdienste für Menschenrechte und Meinungsfreiheit aus.

    Namen vorschlagen können die Parteien im EU-Parlament. Für den Preis 2024 schlagen die “Europäischen Patrioten” und die Fraktion “Europa der souveränen Staaten”, also die beiden europakritischen, recht-populistischen und rechtsextremen Parteifamilien, den US-Tech-Unternehmer Elon Musk vor.

    Seine Aussichten, den Preis zu gewinnen, sind klein. Die äussere Rechte im EU-Parlament bekennt sich mit ihrem Nominationsvorschlag aber zu seltsamen Werten: Sie gewichten Meinungsfreiheit höher als die Verbreitung von nachweislichen Falschinformationen, wie sie auch dem Kurznachrichtendienst X eher die Regel als die Ausnahme sind. Das ist natürlich ein beabsichtigte politische Färbung ihrer Nomination.

    Andere Parteien spielen in der gleichen Liga: Die Linke will den Preis den palästinensischen Journalisten in Gaza verleihen.

    “Women wage peace” und”Women of the sun” und deren beide Gründerinnen Yael Admi and Reem Hajajreh aus Isreal und Palästina, die sich für die gegenseitige Verständigung einsetzen, werden von den Sozialdemokraten und den Liberalen vorgeschlagen.

    Interessant auch die politische Allianz der Christdemokraten mit der Fraktion, die von Giorgia Meloni, also den Nationalkonservativen, dominiert wird: Sie wollen den Preis an Exponentinnen der Opposition in Venezuela vergeben und an Edmundo González Urrutia.

    Die Nominationen für den Sacharov-Preis zeigen, wie die Fraktionen inoffiziell kooperieren und das das Parlament der EU entlang von drei Blöcken politisieren wird: Die EVP sucht Allianzen am rechten Rand, die Sozialdemokraten eher bei den Liberalen als bei den Grünen. Die Rechtsaussen-Fraktion ist zwar zweigeteilt, aber lässt sich in einen Topf werfen. Die Grünen und die Linke scheinen marginalisiert zu werden.