Der Ukrainische Präsident Selensky trifft die Spitzen der Europäischen Union in Brüssel.
Am Vormittag überbrachte er im europäischen Parlament seinen Dank an alle Bürgerinnen und Bürger des freien Europas.
Am Nachmittag ging es dann um die Sache: Beim Treffen mit den Staats- und Regierungschefinnen wiederholte er seine Forderung, dass rasch schwere Waffen und Kampfjets in die Ukraine geliefert werden.
Katharina Barley, deutsche Sozialdemokratin, ehemalige Justizministerin und als Vizepräsidentin des EU-Parlamentes auch profilierte Kämpferin gegen Korruption im EU-Parlament, meint, es gebe tatsächlich Abgeordnete, welche die Korruptionsaffäre möglichst rasch vergessen machen wollten. Das greife aber zu kurz.
Wir müssen feststellen, dass offenbar auch immer mehr Staaten aktiv Korruption betreiben.
– Katharina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments
Katharina Barley, Sie kämpften schon als deutsche Justizminister für schärfte Anti-Korruptionsgesetze. Nun steht ihre Partei am Pranger. Wie tief sitzt der Schock?
Barley: “Das Entsetzen ist enorm gross. Gerade für unsere Partei ist das extrem schlimm. Das sagen mir auch unsere Wählerinnen. Wir standen immer entschieden für mehr Rechtsstaatlichkeit ein, für mehr Demokratie, gegen Korruption. Auch persönlich sind das die Grundsätze meiner politischen Arbeit. Darum trifft uns diese Affäre so stark. Wir sind aber wild entschlossen, alles umzukrempeln. Wir sollen wissen, wie so etwas passieren konnte.”
Die partei-interne Untersuchung ist aber noch nicht angelaufen…
Barley: “Wir sind dran. Wir setzen einen unabhängige Ermittlungsausschuss ein. Es ist unser fester Wille, die richtigen Lehren aus dem Korruptionsfall zu ziehen. Wir lassen keinen Stein auf dem anderen.”
Braucht es schärfere Kontrollen?
Barley: “Vieles ist verbesserungswürdig. Aber flächendeckende Kontrollen sind nicht möglich und können kriminelle Handlungen letztlich nicht verhindern. Klar, wir müssen mehr Strichproben machen. Wir müssen vor allem aber eine Anti-Korruptionskultur schaffen. Diese kann nur entstehen, wenn wir maximale Transparenz schaffen. Alle Abgeordneten sollen offen deklarieren, wen sie treffen. So können alle Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen, wie der Gesetzgebungsprozess abläuft. Es ist ja nicht falsch, Interessensvertreterinnen zu treffen. Aber es muss offengelegt werden.
Sollte diese Deklarationspflicht künftig auch Interessenvertreter von Drittstaaten einschliessen?
Barley: “Ja. Wir Abgeordnete treffen ja regelmässig diplomatische Vertreter anderer Länder. Aber wir müssen heute zur Kenntnis nehmen, dass offenbar auch immer mehr Staaten aktiv Korruption betreiben. Um das zu verhindern, müssen wir unsere Transparenz-Bestimmungen anpassen.”
Noch vor Weihnachten hat die belgische Justiz zu entscheiden, ob eine der Hauptverdächtigen weiter in Untersuchungshaft bleibt. Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtete, beantragten Kailis Anwälte, die Politikerin mit der Auflage einer Fussfessel frei zu lassen.
Vor einer Woche hat ihr Lebenspartner offenbar ein Geständnis abgelegt, Geld vom Golfstaat Katar entgegen genommen zu haben.
Die EU-Parlamentarierin aus Griechenland soll zumindest ein Teilgeständnis abgelegt haben.
Während der Korruptions-Skandal weiterhin viele Mitglieder des EU-Parlamentes perplex auf ihren Stühlen kleben lässt, tröpfeln weitere Details zu den Hintergründen der Affaire an die Öffentlichkeit.
Europas Wasserstrassen sollen wieder das werden, was sie vor hunderten Jahren waren: Der bevorzugte Gütertransportweg. Der Klimawandel hilft beim Umdenken.
SRF International, 1. Oktober 2022
Korrektur: Die EU-Klimaziele, der EU-Green-Deal, schreibt per Gesetz vor, dass die EU bis 2050 nicht mehr Co2 ausstossen darf, als diese absorbieren kann. In diesem Fall spielt das Referenzjahr keine Rolle. Netto Null ist Netto Null.
Beim Zwischenziel 2030 nimmt sich die EU hingegen vor, ein Reduktionsziel von minus -55 Prozent zu erreichen – im Vergleich zu 1990.
Das wurde in der hier verfügbaren Audio-Version korrigiert.
Wenn der Güterverkehr seine klimaschädigenden Co2-Emissionen reduzieren will, muss sich das ändern. In den Benelux-Staaten und Nordfrankreich werden darum die historischen Wasserstrassen modernisiert, mit dem Ziel in den kommenden Jahren den Gütertransport von der Strasse aufs Wasser zu verlagern.
Europas Binnenschifffahrt: Mit voller Kraft zurück ins Mittelalter, Radio SRF, 1. Oktober 2022
Die Förderung der Binnenschifffahrt ist eine mögliche Lösung im Kampf gegen den Klimawandel. Gleichzeitig gefährdet der Klimawandel aber diese Transportwege.