Kategorie: Europhil

Mit Augenzwinkern normiert und kommentiert

  • Das Europaquartier in Brüssel soll endlich wohnlicher werden

    Das Europaquartier in Brüssel soll endlich wohnlicher werden


    Im Europa-Quartier in Brüssel treffen sich Ministerinnen, EU-Beamten, Staatspräsidenten und Premierministerinnen.

    Das belebt das Quartier zu Bürozeiten.

    Ausserhalb der Arbeitszeiten der EU-Politikerinnen und europäischen Bürokraten ist das Quartier in den letzten Jahrzehnten aber immer mehr ausgestorben. Nun will die Stadt das Quartier neu beleben, vor allem Wohnraum schaffen.

    Darum hat sie zusammen mit einem Immobilien-Fonds für fast eine Milliarde Euro 20 Bürogebäude der EU-Kommission abgekauft.

    Der Wunsch nach mehr Leben im Zentrum Europas ist nicht neu. Diesmal könnte das Vorhaben aber erfolgreicher sein.

  • Duftnote von Rechtsaussen: Elon Musk soll EU-Menschenrechtspreis erhalten

    Der Sacharow-Preis für geistige Freiheit, bekannt als der EU-Menschenrechtspreis, verleiht das EU-Parlament jährlich und zeichnet damit besondere Verdienste für Menschenrechte und Meinungsfreiheit aus.

    Namen vorschlagen können die Parteien im EU-Parlament. Für den Preis 2024 schlagen die “Europäischen Patrioten” und die Fraktion “Europa der souveränen Staaten”, also die beiden europakritischen, recht-populistischen und rechtsextremen Parteifamilien, den US-Tech-Unternehmer Elon Musk vor.

    Seine Aussichten, den Preis zu gewinnen, sind klein. Die äussere Rechte im EU-Parlament bekennt sich mit ihrem Nominationsvorschlag aber zu seltsamen Werten: Sie gewichten Meinungsfreiheit höher als die Verbreitung von nachweislichen Falschinformationen, wie sie auch dem Kurznachrichtendienst X eher die Regel als die Ausnahme sind. Das ist natürlich ein beabsichtigte politische Färbung ihrer Nomination.

    Andere Parteien spielen in der gleichen Liga: Die Linke will den Preis den palästinensischen Journalisten in Gaza verleihen.

    “Women wage peace” und”Women of the sun” und deren beide Gründerinnen Yael Admi and Reem Hajajreh aus Isreal und Palästina, die sich für die gegenseitige Verständigung einsetzen, werden von den Sozialdemokraten und den Liberalen vorgeschlagen.

    Interessant auch die politische Allianz der Christdemokraten mit der Fraktion, die von Giorgia Meloni, also den Nationalkonservativen, dominiert wird: Sie wollen den Preis an Exponentinnen der Opposition in Venezuela vergeben und an Edmundo González Urrutia.

    Die Nominationen für den Sacharov-Preis zeigen, wie die Fraktionen inoffiziell kooperieren und das das Parlament der EU entlang von drei Blöcken politisieren wird: Die EVP sucht Allianzen am rechten Rand, die Sozialdemokraten eher bei den Liberalen als bei den Grünen. Die Rechtsaussen-Fraktion ist zwar zweigeteilt, aber lässt sich in einen Topf werfen. Die Grünen und die Linke scheinen marginalisiert zu werden.

  • Nein, Brüssel darf nicht alles entscheiden, sagt das Oberste Gericht der EU…

    Nein, Brüssel darf nicht alles entscheiden, sagt das Oberste Gericht der EU…

    Richterinnen und Richter am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eilt der Ruf voraus, einseitig pro-europäisch zu urteilen und darauf bedacht zu sein, die Kompetenzen der EU laufend auszuweiten. Nun beweist das oberste Richterinnen-Gremium in einem bemerkenswerten Urteil wieder einmal das Gegenteil: Sie setzen dem Einfluss der EU klare Grenzen – und das ausgerechnet in einer Kernkompetenz der EU, dem Wettbewerbsrecht.

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  • EU-Gericht: Pablo Escobar ist nicht Robin Hood

    EU-Gericht: Pablo Escobar ist nicht Robin Hood

    Gauner ist nicht gleich Gauner. Robin Hood ist nicht Pablo Escobar.

    Zu diesem Schluss kommen heute Vormittag die obersten Richterinnen und Richter der Europäischen Union: Sie lehnen es ab, dass der Name des kolumbianischen Drogenbosses in Europa als Marke eingetragen werden kann.

    Das Gericht stützt den Entscheid auf die durchschnittliche Vernunft von Spanierinnen und die europäischen Grundwerte.

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  • Der französische Präsident Macron will Korsika mehr Autonomie zugestehen

    Politisch ist das eine neue, wichtige Entwicklung in einem alten politischen Streit, der zu vielen Menschen das leben gekostet hat:

    Korsika soll einen Autonomie-Status unter der französischen Republik erhalten:

    Hier die wichtigsten Punkte zusammengefasst von der Zeitung Le Monde!

    Zum Nachhören und in bester Erinnerung an eine spannende Reportagereise zum Thema:

    https://www.srf.ch/audio/international/korsikas-nationalisten-wollen-mehr-autonomie?id=11247512

  • Schweizer Bundesrat beantragt eine Stärkung des Kartellzivilrechts nach Vorbild der EU

    Privatpersonen und auch die öffentliche Hand sollen gestützt auf das Kartellrecht Zivilklage einreichen können, wenn sie von unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen betroffen sind.

    Interessant, dass die EU -wie schon beinahe gewohnt – als Vorbild für eine souveräne Schweizer Gesetztes-Anpassung als Referenz genutzt wird.

    Mit der Revision will die Landesregierung nun Hindernisse für die Erhebung von zivilrechtlichen Klagen beseitigen. “Die EU habe mit der nachhaltigen Stärkung des Kartellzivilrechts in den vergangenen Jahren durchwegs positive Erfahrungen gemacht.”

    Quelle: SDA-ATS, 24.5.23