Schlagwort: Klimapolitik

  • Bis 2040 will die EU ihre klimaschädlichen Emissionen um 90 Prozent senken

    Die EU setzt sich beim Klimaschutz ein weiteres ambitioniertes Zwischenziel: Bis 2040 sollen die klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen in Europa um mindestens 90 Prozent gesenkt werden. Wie realistisch ist der Vorschlag der EU-Kommission und was bedeutet das EU-Ziel für die Schweiz?

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  • Endlich installiert Europa viele Solarpanels

    Gemäss den neusten Marktzahlen der Branchen-Organisation Solar Power Europe haben die EU-Länder im letzten Jahr eine rekordhohe Anzahl von Solar-Panels installiert. Vor allem in Deutschland wurden viele Solarkraft-Anlagen installiert.

    Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, sagt am WEF 2023 in Davos, im vergangenen Jahr 2023 habe die EU erstmals mehr Strom aus Wind- und Sonnenenergie erzeugt als aus Gas. Und im 2024 werde man erstmals insgesamt mehr Energie aus Windkraft und Photovoltaik beziehen als aus Russland. “Das sind gute Neuigkeiten”, sagte von der Leyen.

    Sie verwies zudem darauf, dass nach jüngsten Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) das Kapazitätswachstum bei erneuerbaren Energien in der Europäischen Union 2023 einen weiteren Rekordwert erreicht habe. Zugleich sei Effizienz des Energieverbrauchs um fast fünf Prozent gestiegen.

    Als Hintergrund der Entwicklungen nannte von der Leyen insbesondere die Bemühungen, sich von der Abhängigkeit von Russland zu lösen.

  • Co2-Ausstoss Schweiz: grüner Schwindel

    Faktisch stossen Schweizerinnen und Schweizer nicht 4,1 Tonnen CO₂ aus, sondern 13,7.

    Andreas Diekmann, emeritierter Professor der ETH Zürich und Seniorprofessor an der Universität Leipzig. Co-Leiter des Umweltpanels in Deutschland. In: Tagesanzeiger, 10.1.2024

    “[Die Schweiz] ist – zusammen mit Schweden – scheinbar der europäische Musterknabe bei den Pro-Kopf-Emissionen. Mit rund 4 Tonnen CO₂ pro Kopf und Jahr liegt sie nicht nur weit unter dem europäischen, sondern auch unter dem Weltdurchschnitt.

    Bei konsumbasierter Berechnung sind die Pro-Kopf-CO2-Emissionen der Eidgenossenschaft um sagenhafte 231 Prozent höher im Vergleich zu der üblichen Statistik, die wir immer wieder aus den Medien erfahren.

    Faktisch stossen die Schweizerinnen und Schweizer also nicht im Durchschnitt 4,1 Tonnen Klimagas aus, sondern 13,7 Tonnen. Es wäre doch unfair, wenn der fossile Anteil der im Ausland produzierten Autos, iPhones und der vielen schönen anderen Dinge, die unseren Alltag bequemer machen, dem exportierenden Land angerechnet wird. “

  • Klimaschutz beginnt an der Haustüre: EU einigt sich auf Gebäude-Sanierungsprogramm

    Klimaschutz beginnt an der Haustüre: EU einigt sich auf Gebäude-Sanierungsprogramm

    Gemäss EU-Kommission sind Gebäude in der EU für 40 Prozent des Energieverbrauchs und für 36 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.

    Also muss in der EU das Haus saniert werden.

    Das EU-Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten haben sich im Grundsatz auf ein EU-Gebäude-Sanierungs-Programm geeinigt. Beide Gesetzgeber müssen das in einer finalen Abstimmung nun noch absegnen.

    Das wurde beschlossen:

    • Alle neu gebauten Gebäude müssen ab 2030 emissionsfrei sein; Gebäude, die von der staatlichen Verwaltung genutzt werden oder der öffentlichen Hand gehören, müssen ab 2028 100 % klimafreundlich sein. Ausgenommen sind Gebäude unter Denkmalschutz und – wieder einmal – Landwirtschaftsgebäude.
    • Jedes EU-Land muss dafür sorgen, dass Wohngebäude bis 2030 ihren Primärenergie-Verbrauch um mindestens 16 Prozent reduzieren und bis 2035 um mindestens zwischen 20 und 22 Prozent.
    • Die Mitgliedstaaten müssen bis 2030 die 16 Prozent der Nichtwohngebäude mit der schlechtesten Gesamtenergieeffizienz und bis 2033 die schlechtesten 26 Prozent durch Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz sanieren.
    • EU-Mitgliedstaaten müssen ab 2025 die Subventionierung eigenständiger Heizkessel für fossile Brennstoffe einstellen.
    • Heizkessel mit fossilen Brennstoffen sind ab 2040 verboten.

    Weitere Informationen hier (von EU-Parlament).

    Die EU-Einigung auf neue Vorgaben für die Energieeffizienz von Gebäuden stösst bei Umweltschützern auf Kritik.

    Verbände von Eigentümern, der Wohnungswirtschaft und des Handwerks äusserten sich hingegen weitgehend positiv, auch weil nach ihrem Verständnis eine umfassende Sanierungspflicht für besonders schlecht gedämmte Wohngebäude vom Tisch ist.

  • Niederlande: Verseuchte Böden, ausgelaugte Politik

    Niederlande: Verseuchte Böden, ausgelaugte Politik

    Mitten im Hafen von Rotterdam schwimmt ein Bauernhof. Das ist typisch für die niederländische Landwirtschaft. Sie vereint im gleichen Masse viel Innovationskraft und wenig Feingefühl dafür, dass Konsumentinnen und Konsumenten sich eigentlich mehr Ökologie im Stall und mehr Bio auf dem Teller wünschen.

    Viele niederländische Betriebe können sich aber biologischen Landwirtschaft gar nicht leisten. Denn sie sind gefangen in einer Spirale, die ihnen immer mehr Ertrag und Rentabilität abverlangt. Die hohen Bodenpreise sind schuld.

    Niemand kann das besser bezeugen als ein Bio-Milch-Bauer im Polderland, der alles richtigzumachen glaubt und trotzdem nicht weiss, ob er seine Betriebsbewilligung behalten kann. Denn seine Böden sind nach Jahren mit konventionellen Anbaumethoden ausgelaugt und enthalten zu viel Stickstoff.

    Die Regierung von Langzeit-Premier Mark Rutte liess darum einen Rettungsplan für mehr Ökologie ausarbeiten. Es kam ihr aber nichts Besseres in den Sinn, als mit der Schliessung von Tausenden Bauernhöfen zu drohen, deren Böden besonders verseucht sind.

    Das löste eine der grössten politischen Krisen in der niederländischen Politik aus, seit der Finanzkrise und der Corona-Pandemie. Neuwahlen sollen nun einen Ausweg weisen.

    Vieles deutet darauf hin, dass die Wählerinnen und Wähler sie zum Anlass nehmen, für eine grundlegende Neuausrichtung in der niederländischen Politik zu sorgen.

    Besonderen Zuspruch erhalten neu gegründete Parteien, die nichts weniger versprechen als einen neuen Gesellschaftsvertrag und eine Abkehr vom liberalen Wirtschaftsmodell der Niederlande.

    Podcast der Sendung International von Radio SRF, Oktober 2023, Autor: Charles Liebherr

  • “Der Klimawandel ist das langfristigste, globalste und risikoreichste Problem überhaupt.”

    Gernot Wagner, Klima-Ökonom Columbia Universität New York in der NZZ, 27.9.2023