Schlagwort: Umwelt

  • Intensive Viehzucht in Flandern bedroht wichtige Heidelandschaften

    Intensive Viehzucht in Flandern bedroht wichtige Heidelandschaften

    In den Niederlanden und Belgien kommt es seit Wochen zu heftigen Bauernprotesten.

    Hintergrund sind Beschlüsse beider Regierungen, zahlreiche Höfe zwangsweise zu schliessen, weil die Stickstoffbelastung der Böden gegen europäische Umweltauflagen verstossen. Bedroht sind ökologisch wertvolle Heidelandschaften.

    Wenn mehr Bauern auf ökologische Produktion umstellen würden, könnte das helfen.

    Doch das ist alles andere als populär unter flämischen Bauern.

  • Deutschlands Regierung nervt in Brüssel

    Deutschlands Regierung nervt in Brüssel

    Am EU-Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs hievt sich ein Thema auf die Agenda, das in diesem Kreis eigentlich nichts verloren hat.

    Es geht um das Verbot, ab 2035 neue Benzin-Autos in der EU zu verkaufen, das Deutschland plötzlich in Frage stellt, obwohl das schon längst beschlossen war.

    Die Regierung Deutschlands exportiert ein innenpolitisches Problem nach Brüssel. Darum reagieren die anderen EU-Staaten zunehmend genervt.

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  • Gasverbrauch: EU-Staaten sparen erst halb so viel ein, wie versprochen

    Gasverbrauch: EU-Staaten sparen erst halb so viel ein, wie versprochen

    Gaspreisdeckel? Dringlicher wäre es, den Gaskonsum zu senken.

    Das lässt sich aus den neusten Zahlen des Gas-Konsum-Monitors (“European natural gas demand tracker”) des Brüsseler Think Tank Bruegel schliessen.

    Von Januar 2002 bis September 2022 haben alle EU-Staaten gemeinsam ihren Gas-Verbrauch erst um -7 Prozent reduziert. Die EU-Energieminister haben sich aber dazu (selbst)-verpflichtet in jedem Land, 15 Prozent weniger Gas zu verbrennen.

    Die Musterschülerinnen:

    LandTotal Reduktionfür StromerzeugungHaushalteIndustrie
    Finnland-53%-58%-50%-50%
    Lettland-30%-70%-7%-7%
    Litauen-23%-62%-22%-22%
    Dänemark/Schweden-20%-11%-21%-21%
    Estland-20%-21%-21%
    Deutschland-11%-3%-16%-9%
    Datenquelle: Bruegel, 11. Oktober 2022

    Die schlechten Vorbilder:

    LandTotal Reduktionfür StromerzeugungHaushalteIndustrie
    Kroatien+8%+36%+3%+3%
    Slowakei+4%-40%+10%+10%
    Griechenland+3%+9%-5%-5%
    Spanien+2%+21%-8%-8%
    Frankreich-1%+46%-12%-3%
    Datenquelle: Bruegel, 11. Oktober 2022

    Daten bei Bruegel

  • Was die Wahlen in Italien für die EU bedeuten? Wenig.

    Italien rückt politisch nach ganz rechts. Es jubeln die EU-kritischen Kräfte in Europa.

    Was sind die Folgen?

    • Die Wahlen in Italien stören die Harmonie und Geschlossenheit, welche die Europäische Union in den letzten Wochen so stark betonte – wegen des Kriegs in der Ukraine und mit Blick auf die Sanktionen gegen Russland.
    • Nun wird es nun noch einmal schwieriger, sich im Rat der EU-Länder auf eine gemeinsame Linie zu verständigen (als es ohnehin schon war).
    • Gleichzeitig ist das nicht neu: Die EU hat Übung mit vermeintlichen Zerreissproben.
    • Hinter den Kulissen dominiert trotzdem meist politischer Pragmatismus bei allen Regierungen.
    • Der Motor der Konsens-Maschine Europa wird stottern, bestimmt; abwürgen lässt er sich kaum.

    Italien bekommt aus dem Corona-Wiederaufbau-Fonds besonders viel Geld von der EU, rund 200 Milliarden Euro. Wahlgewinnerin Giorgia Meloni will den von Mario Draghi aufgelegte Reformplan neu verhandeln.

    Sind neue Verhandlungen über die Verwendung der EU-Corona-Gelder überhaupt möglich?

    • Theoretisch sind Verhandlungen möglich. Das machen auch andere Länder.
    • Die EU-Kommission hat sogar alle EU-Staaten explizit dazu eingeladen – wegen der Energiekrise in Europa zum Beispiel.
    • Der Rahmen der Anpassungen ist aber begrenzt!
    • Er ist auf der anderen Seite weit genug für ein paar Anpassungen. Das wird Meloni und der EU erlauben, das Gesicht zu wahren nach Anpassungen.
    • Zumal das Europäische Parlament in dieser Sache nichts zu sagen hat. Da wäre nämlich mit Gegenwind zu rechnen gewesen.
    • An der Grundausrichtung der Hilfsgelder lässt sich nichts ändern: Reformen gegen Geld, das bleibt bestehen. Ansonsten geben die anderen EU-Länder die Milliarden €uro nicht frei.
    • Und die Finanzmärkte werden ihren Teil dazu beitragen, die Ausreisser der Fratelli d’Italia einzudämmen. Die hohen Schuldenlast lässt sich mit Wahlen nicht wegschieben.
  • Sehr viel Steuergelder für die Förderung von Wasserstoff in der EU

    Sehr viel Steuergelder für die Förderung von Wasserstoff in der EU

    Die Zukunftstechnologie Wasserstoff als sauberer Energieträger ist von höherem europäischen Interesse.

    Die EU fördert bereits europäische Kooperationen von Industrie, Staat und Wissenschaft in den Bereichen Batterien, Mikroelektronik und Infrastruktur als wichtig für das
    gemeinsame europäische Interesse .

    Das Programm zur Förderung der Wasserstoff-Technologie umfasst die Erzeugung, Speicherung,
    Transport und Vertrieb von Wasserstoff sowie die Herstellung von
    Brennstoffzellen, insbesondere für den Mobilitätssektor.

    15 EU-Staaten dürfen den Auf- und Ausbau einer europäischen Wasserstoffindustrie mit bis zu 5,4 Milliarden Euro unterstützen. Die EU-Wettbewerbshüter haben grünes Licht für die milliardenschwere Förderung gegeben.

    Mehr als 8 Milliarden Euro sollen zusätzlich von privaten Investoren dazu kommen.

  • Es werden wieder Wasserstrassen ausgebaggert für autonom fahrende Schiffe

    Es werden wieder Wasserstrassen ausgebaggert für autonom fahrende Schiffe

    Ein Schiffstransport kann mehr als 100 LKW auf verstopften Strassen ersetzen.

    Darum wird in Nordfrankreich, Belgien, Niederlande massiv in den Ausbau und die Modernisierung der alten Binnen-Wasserstrassen investiert. Das soll die Transportwege von und zu den Häfen Rotterdam, Le Havre oder Antwerpen entlasten und umweltfreundlicher machen.

    Auch technologisch macht die Branche grosse Fortschritte: Autonom fahrende Schiffe sind schon Realität.

    Das Kanalsystem ist Jahrhunderte alt und erwacht nun wieder zu neuem Leben.

    Quelle SRF Sendung Rendezvous vom Juli 2022