Schlagwort: Parlament

  • Was die Wahlen in Italien für die EU bedeuten? Wenig.

    Italien rückt politisch nach ganz rechts. Es jubeln die EU-kritischen Kräfte in Europa.

    Was sind die Folgen?

    • Die Wahlen in Italien stören die Harmonie und Geschlossenheit, welche die Europäische Union in den letzten Wochen so stark betonte – wegen des Kriegs in der Ukraine und mit Blick auf die Sanktionen gegen Russland.
    • Nun wird es nun noch einmal schwieriger, sich im Rat der EU-Länder auf eine gemeinsame Linie zu verständigen (als es ohnehin schon war).
    • Gleichzeitig ist das nicht neu: Die EU hat Übung mit vermeintlichen Zerreissproben.
    • Hinter den Kulissen dominiert trotzdem meist politischer Pragmatismus bei allen Regierungen.
    • Der Motor der Konsens-Maschine Europa wird stottern, bestimmt; abwürgen lässt er sich kaum.

    Italien bekommt aus dem Corona-Wiederaufbau-Fonds besonders viel Geld von der EU, rund 200 Milliarden Euro. Wahlgewinnerin Giorgia Meloni will den von Mario Draghi aufgelegte Reformplan neu verhandeln.

    Sind neue Verhandlungen über die Verwendung der EU-Corona-Gelder überhaupt möglich?

    • Theoretisch sind Verhandlungen möglich. Das machen auch andere Länder.
    • Die EU-Kommission hat sogar alle EU-Staaten explizit dazu eingeladen – wegen der Energiekrise in Europa zum Beispiel.
    • Der Rahmen der Anpassungen ist aber begrenzt!
    • Er ist auf der anderen Seite weit genug für ein paar Anpassungen. Das wird Meloni und der EU erlauben, das Gesicht zu wahren nach Anpassungen.
    • Zumal das Europäische Parlament in dieser Sache nichts zu sagen hat. Da wäre nämlich mit Gegenwind zu rechnen gewesen.
    • An der Grundausrichtung der Hilfsgelder lässt sich nichts ändern: Reformen gegen Geld, das bleibt bestehen. Ansonsten geben die anderen EU-Länder die Milliarden €uro nicht frei.
    • Und die Finanzmärkte werden ihren Teil dazu beitragen, die Ausreisser der Fratelli d’Italia einzudämmen. Die hohen Schuldenlast lässt sich mit Wahlen nicht wegschieben.
  • Analyse: Die EU-Staaten setzen auf mehr Marktwirtschaft in der Klimapolitik

    Analyse: Die EU-Staaten setzen auf mehr Marktwirtschaft in der Klimapolitik

    Die Energie- und Umweltminister der Europäischen Union haben in der Nacht
    von Dienstag auf Mittwoch viele Beobachterinnen in der Klimapolitik positiv überrascht.

    (mehr …)
  • EU zieht den Stecker: USB-C ab 2024 das neue Normal

    EU zieht den Stecker: USB-C ab 2024 das neue Normal

    Im letzten Herbst hatte die EU-Kommission den Vorschlag an EU-Parlament und Mitgliedsstaaten übergeben.

    Ein paar Monate später können sich die beiden Gesetzgeber darauf verständigen, endlich, endlich, endlich, doch noch ein einheitliches Ladegerät für Elektrogeräte vorzuschreiben.

    Der USB-C-Anschluss soll die Standard-Ladebuchse werden. Es ist das erste Mal weltweit, dass Gesetzgeber entsprechende Vorgaben machen.

    10 Jahre versuchte die EU, die Industrie auf freiwillige Harmonisierung zu einigen. Vergeblich.

    Einer im Auftrag der EU-Kommission erstellten Studie zufolge wurde 2018 rund die Hälfte der Handys mit USB-B-Ladebuchse, 29 Prozent mit USB-C und rund ein Fünftel mit Lightning-Anschluss (Apple lässt grüssen) verkauft.

    Das EU-Parlament hat in den Verhandlungen durchsetzen können, dass auch Laptops, E-Reader, Tastaturen und Computer-Mäuse, Navis, Smartwatches und elektronisches Spielzeug einbezogen werden. Die Geräte müssen einfach ausreichend gross sein. Auch sei es künftig möglich, Gerät und Ladegerät sowie Ladekabel separat zu kaufen.

    Universal Serial Bus (USB), Typ C hatte schon immer zum Ziel, die Vereinheitlichung und Miniaturisierung der verschiedenen physischen Anschlüsse an Computern, Tablets und Smartphones zu erreichen. Mit einem USB-C-Kabel, kann man Elektrogeräte laden, oder ein anderes Gerät mit Strom versorgen, Daten übertragen, ein anderes Displays anschliessen oder Musik hören.

    Die EU-Staaten haben in den Verhandlungen, der Einigungskonferenz, oder Trilog genannt, erreicht, dass das neue Gesetz erst ab Mitte 2024 gilt. Das Parlament hätte sich gewünscht, dass die Regeln früher in Kraft treten.

  • Volt-Gründer Damian Boeselager; «Wir brauchen mehr parlamentarische Demokratie in Europa!»

    Volt-Gründer Damian Boeselager; «Wir brauchen mehr parlamentarische Demokratie in Europa!»

    Es weht etwas frischer Wind im Europäischen Parlament.

    Erstmals musste sich die Präsidentin der EU-Kommission in einer Fragestunde einer aktuellen politischen Debatte stellen.

    Der Vorschlag kam von einer Gruppe junger EU-Abgeordneten, die vor zweieinhalb Jahren neu ins EU-Parlament gewählt wurden.

    Der Deutsche Damian Boeselager gehört dazu. Er ist Gründer von Volt, der einzigen Partei im EU-Parlament, die nicht über ein nationales, sondern bloss über ein europäisches Parteiprogramm verfügt.

    Damian Boeselager steht für weitere kleinen politische Erfolge.

    Er war Mitinitiant bei der mit klarer Mehrheit beschlossenen Aufforderung des EU-Parlamentes an alle 27 EU-Staaten, auf alle Energie-Importe aus Russland zu verzichten.

    Boeselager kämpft seit Monaten auch für die nun im Grundsatz beschlossene Wahlrechts-Reform. Dank derer werden bei den nächsten Europawahlen 28 Abgeordnete mit einer Zweitstimme auf europäischen, transnationalen Listen gewählt.

    Quelle: SRF, Echo der Zeit, 7. April 2022

    Der Treffpunkt:

  • EU-Rechtsstaats-Mechanismus: Gericht bewilligt das Prinzip ‘Geld gegen Demokratie’

    Einem EU-Mitgliedsland können künftig EU-Gelder gekürzt oder ganz gestrichen werden, wenn es gegen Grundwerte verstösst wie die Demokratie (Artikel 2 der EU-Verträge) , wenn es Minderheiten nicht schützt oder ein Justizsystem hat, das abhängig ist von der Politik.

    Der Europäische Gerichtshof hat eine Klage von Ungarn und Polen gegen diesen sogenannten Rechtsstaats-Mechanismus abgelehnt.

    Was meint Monika Hohlmeier zu diesem wegweisenden Urteil. Die CSU Politikerin ist die Präsidentin des Budget-Kontroll-Ausschusses des Europäischen Parlamentes.

    Charles Liebherr, SRF, Bruxelles am 16.2.2022
    (mehr …)
  • Président Macron in doppelter Mission vor dem EU-Parlament

    Président Macron in doppelter Mission vor dem EU-Parlament

    Der französische Präsident Emmanuel Macron stand im europäischen Parlament Red und Antwort. Es war Pflicht und Kür zugleich.

    Er stellte sein Programm für den EU-Ratsvorsitz vor.

    Präsident Macron nutzte die Bühne auch, sein Engagement für Europa zu verteidigen.

    Im April sind schliesslich in Frankreich Präsidentschaftswahlen.

    Beide Hüte auf dem Kopf Macrons gaben viel zu reden im Parlament, vor allem bei den französichen EU-Abgeordneten.

    Echo der Zeit, SRF, 19.1.2022