Kategorie: Mehr | oder weniger

  • Energiequelle Atomkraft: Erwartungen und Realität liegen weit auseinander

    Die Energiekrise in Europa wegen des Krieges von Russland gegen die Ukraine hat die europäische Debatte wieder beschleunigt, ob Atomkraft nicht doch wieder eine grosse Zukunft habe, um in der EU die steigende Nachfrage nach Strom zu befriedigen.

    Wichtig wäre eine nüchterne Kosten-Nutzen-Betrachtung. Da sprechen die Fakten im Moment eher gegen die Atomenergie – aus Kostengründen.

    Der Bau neuer Atomkraftwerke ist viel länger als zu Projektbeginn versprochen und die Kosten explodieren. Die Folge: Der aus AKW gelieferte Strom ist nicht konkurrenzfähig und kann nur durch staatlich Preisgarantien “gesenkt” werden. Die Kosten hat die Allgemeinheit zu tragen.

    Die Zeitung Financial Times hat das in einer eindrücklichen Grafik dargestellt.

  • Ohne Zuwanderung sieht Europa alt aus

    Deutschlands Bundesamt für Statistik hat interessante Zahlen veröffentlicht zur Bevölkerungsentwicklung in Europa/EU.

    Im Januar 2023 lebten 451,4 Millionen Menschen in der EU.

    Bis in 50 Jahren (2070) steigt der Anteil der Menschen, die älter als 65 Jahre sind, in der EU auf rund 30 Prozent (2023 = 21 Prozent).

    Die derzeitige Nettozuwanderung (Zuwanderung minus Abwanderung) von durchschnittlich 1,2 Millionen Menschen pro Jahr hat auf die Alterung kaum einen Einfluss. Auch mit einem Drittel mehr Zuwanderung liesse sich die Alterung der Bevölkerung nur leicht dämpfen.

    Bei gleichbleibender Zuwanderung von netto 1,2 Millionen Personen jährlich wird die Zahl der Einwohner bis zum Jahr 2070 auf 432,2 Millionen Menschen sinken (-20 Millionen Einwohner).

    Ohne Nettozuwanderung wird die Bevölkerung der EU auf 358 Millionen Menschen schrumpfen bis 2070 (-100 Millionen Einwohnerinnen; minus 2 Millionen Einwohner pro Jahr…)

  • Wird das Gas knapp, kaufen Europäer mehr Kerzen

    Wird das Gas knapp, kaufen Europäer mehr Kerzen

    Eurostat meldet einen erhöhten hohen Einkauf von Kerzen, vor allem in Deutschland im Jahre 2022. Rund ein Drittel mehr Kerzen wurden gekauft, im Vergleich zum Jahr 2021.

    Wir erinnern uns: 2022 war das Jahr mit knapper Gasversorgung und steigenden Preisen.

    Jetzt wissen wir: Die Suppe wurde offenbar häufiger mit Kerzenlicht gegessen.

    Romantisch, nicht?

  • 9 Fragen und 9 Antworten zur umstrittenen Abstimmung «Gesetz zur Wiederherstellung der Natur» im EU-Parlament

    Was will die EU mit dem «Gesetz zur Wiederherstellung der Natur» erreichen?

    Das Gesetz wurde am 22. Juni 2022 von der Europäischen Kommission präsentiert. Es hat zum Ziel, dass die EU-Staaten bis 2030 Massnahmen umsetzen, damit 20 Prozent der Land- und Seefläche der EU wieder in einem natürlichen Lebensraum für Menschen, Pflanzen und Tiere hergestellt wird. Es bezieht sich ausdrücklich nicht nur auf bestehende Naturschutzgebiete. Teilweise zerstörte Öko-Systeme in diesen Schutzgebieten sollen gerettet werden, indem etwa trockengelegte Moore vernässt werden oder Wälder aufgeforstet werden. Auch Städte sollen stärker begrünt werden. EU-weit soll es auch wieder 25.000 Kilometer frei fliessende Gewässer geben. Ziel ist es, das voranschreitende Artensterben in Europa zu mindern. Die EU hat sich im UNO-Biodiversitäts-Abkommen dazu verpflichtet.

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  • Fakten: Militärische, finanzielle und humanitäre Unterstützung der Ukraine

    Fakten: Militärische, finanzielle und humanitäre Unterstützung der Ukraine

    Das Institut für Weltwirtschaft Kiel hat einen Ukraine Support Tracker eingerichtet.

    Dieser stellt dar, wie rund 40 Länder die Ukraine unterstützt.

    Objektive Informationsquellen sind immer gut.

    Der Ukraine Support Tracker erfasst systematisch den Wert der Unterstützung, die Regierungen von 40 westlichen Ländern der Ukraine zugesagt haben – derzeit ab dem 24. Januar 2022 bis 24. Februar 2023. Erfasst sind militärische, finanzielle und humanitäre Hilfen, die öffentlich bekannt sind.

    IfW Kieler Institut für Weltwirtschaft

    Soviel sei verraten: Im Vergleich zur ihrer wirtschaftlichen Stärke, steht die Schweiz bei der finanziellen und humanitären Hilfe nicht so gut da…