Schlagwort: Umwelt

  • Textil-Recycling: Zwei Mode-Pioniere zeigen, wie es besser gelingt

    Textil-Recycling: Zwei Mode-Pioniere zeigen, wie es besser gelingt

    Seit einem Jahr ist es in der EU verboten, Textilien einfach im Hausmüll zu entsorgen. Doch die Realität sieht ernüchternd aus: Erst 15 Prozent der Altkleider werden in Europa eingesammelt. Die Flut an meist chinesischer Billigmode aus Ultra-Fast-Fashion überflutet den Markt, macht Recycling oft unwirtschaftlich und überlastet die Systeme.

    Die meisten Kleider bestehen aus Polyester oder Mischgeweben, die sich kaum hochwertig wiederverwerten lassen. Gleichzeitig sinken die Preise für Alttextilien, weil das Angebot die Nachfrage bei Weitem übersteigt. Doch es gibt Hoffnung: Zwei innovative Ansätze aus Belgien und Frankreich beweisen, dass nachhaltige Mode und effizientes Recycling möglich sind – wenn man das Problem an der Wurzel packt.

    Loom: Mode, die länger hält und nie Werbung macht

    In Paris setzt das Label Loom auf ein radikales Konzept: Kleider sollen nicht nur nachhaltig produziert, sondern auch so lange wie möglich getragen werden. Statt saisonaler Kollektionen gibt es „Generationen“ – kontinuierlich verbesserte Basics aus Bio-Baumwolle, die nicht aus der Mode kommen. Kundinnen erhalten nach dem Kauf gezielte Rückfragen, wie sich die Qualität verbessern lässt. „Wir wollen, dass unsere Kunden weniger, aber bewusster kaufen“, sagt Gründerin Julia Faure. Loom verzichtet auf Werbung und Rabattschlachten, produziert lokal in Frankreich und. Das Ziel: Ein Kleiderschrank, der nur das Nötigste enthält – und zwar in bester Qualität. Faure ist überzeugt: „Recycling darf nur eine Notlösung sein. Viel wichtiger ist es, von vornherein weniger und besser zu produzieren.“

    Resortecs: Ein schlauer Faden für die Kreislaufwirtschaft

    Während Loom die Überproduktion bekämpft, löst das belgische Start-up Resortecs ein zentrales technisches Problem: Wie lassen sich Kleider effizient in ihre Einzelteile zerlegen? Die Antwort heisst „Smart-Stitch“, ein spezieller Faden, der sich unter Hitze auflöst. Innerhalb von zehn Minuten trennt eine Maschine Jeans in Stoff, Knöpfe, Reissverschlüsse und Nieten – alles sortenrein und wiederverwertbar. Besonders wertvolle Materialien wie Cashmir oder Schutztextilien für Feuerwehrleute lassen sich so gezielt zurückgewinnen. „Kleine Änderungen im Design können grosse Wirkung entfalten“, erklärt Gründer Cédric Vanhoek. Seine Technologie macht Recycling nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv.

    Beide Beispiele zeigen: Echte Kreislaufwirtschaft gelingt nur, wenn Produktion, Design und Konsum neu gedacht werden. Loom beweist, dass Mode-Haus auch ohne Kaufzwang rentabel sein kann, Resortecs, dass Recycling nicht immer nur minderwertiges Downcycling sein muss.

    Vielleicht liegt die Lösung ja nicht im Entsorgen, sondern im bewussteren Umgang mit dem, was wir bereits besitzen.

  • Europas aussichtsloser Kampf für saubere Mode: Warum Fast-Fashion Textil-Recycling fast unmöglich macht

    Europas aussichtsloser Kampf für saubere Mode: Warum Fast-Fashion Textil-Recycling fast unmöglich macht

    Das Entsorgen alter Textilien in Altkleider-Containern scheint umweltfreundlich, doch die Realität ist ernüchternd: Pro Jahr werden in der EU 16 kg Textilien pro Person entsorgt, doch nur 15 Prozent werden gesammelt – trotz gesetzlicher Sammelpflicht.

    Die Niederlande sind mit einer Sammelquote von 50 Prozent führend, doch selbst dort brechen die Preise für Altkleider um 60 Prozent ein, was soziale Projekte gefährdet, die durch den Verkauf finanziert werden.

    Das Unternehmen «Sympany» versucht, durch Automatisierung die Kosten um 80 Prozent zu senken, doch die Flut an Billigkleidern aus China (v. a. von Shein und Temu) überflutet den Markt.

    Diese minderwertigen, synthetischen Kleidungsstücke sind oft nicht recycelbar und landen im Müll. Die Kosten trägt die Entsorgungsbranche, während die Preise für Alttextilien weiter fallen.

    Der Boom von Ultra-Fast-Fashion untergräbt das Recycling-System und verschärft die Krise. Nur wenn keine Anreize mehr bestehen zur Überproduktion, kann sich etwas verändern.

    International:
    EU-Textil-Recycling unter grossem Druck

    In der EU besteht seit einem Jahr die Pflicht, Altkleider zu sammeln. Die Flut von billigen Textilien aus China macht das Recycling aber unrentabel.Ultra-Fast-Fashion aus China hebelt die Altkleidersammlung in der EU aus

  • EU-Mercosur Abkommen: 10 Fragen, 10 Antworten

    EU-Mercosur Abkommen: 10 Fragen, 10 Antworten

    Hier sind zehn wichtige Fakten zum Freihandelsabkommen EU-Mercosur, inklusive des Beginns der Verhandlungen und der wichtigsten Handelsdaten:

    • Wie lange dauerten die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen?

    Die Verhandlungen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) begannen vor gut 26 Jahren. Eine Grundsatzeinigung wurde bereits 2019 erreicht, doch erst im Dezember 2024 kam es zu einer grundsätzlichen politischen Einigung. Weil diverse EU-Staaten weiter Bedenken äusserten, das Handelsabkommen zu ratifizieren, schlug die EU-Kommission diverse Schutzklauseln vor, insbesondere für Importe von Agrargütern.

    • Wie viele Menschen werden Teil der Freihandelszone sein?

    Das Abkommen schafft die größte Freihandelszone der Welt mit über 715 Millionen Menschen (450 Mio. in der EU, 270 Mio. im Mercosur). Die Freihandelszone würde 20 Prozent des Welthandels und knapp ein Drittel der globalen Warenexporte abdecken.

    • Wie gross ist das Handelsvolumen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern?

    Im Jahr 2024 betrug das Handelsvolumen zwischen der EU und dem Mercosur über 111 Mrd. Euro: 55,2 Mrd. Euro an Ausfuhren und 56 Mrd. Euro an Einfuhren.[1]

    • Welche Güter exportiert die EU hauptsächlich in die Mercosur-Länder?

    Die EU exportiert vor allem Industriegüter wie Autos, Maschinen, Chemie- und Pharmazeutika. Aktuell müssen für Autos, die in den Mercosur importiert werden, Zölle von bis zu 35 Prozent gezahlt werden – diese sollen mit dem Abkommen schrittweise fallen. Innerhalb von 15 Jahren sollen 91 Prozent der EU-Exporte zollfrei möglich sein.

    • Welches sind die wichtigsten Importgüter der EU aus den Mercosur-Ländern?

    Die EU importiert aus dem Mercosur vor allem Agrarprodukte wie Rindfleisch, Zucker, Ethanol und Rohstoffe wie Soja und Eisenerz. Für Rindfleisch gibt es feste Importquoten, um die europäische Landwirtschaft zu schützen. EU verspricht, über eine Periode von zehn Jahren, für 92 Prozent der Exporte aus den Mercosur-Staaten keine Zöller mehr zu erheben.

    • Warum wehren sich die europäischen Bauern gegen Rindfleischimporte aus Argentinien oder Brasilien?

    2024 importierte die EU 206.000 Tonnen Rindfleisch aus dem Mercosur, was weniger als 1,5 % der gesamten Rindfleischproduktion in Europa entspricht. Die EU ist insgesamt ein Nettoexporteur von Rindfleisch. Die europäischen Landwirte befürchten, dass wegen tieferer Umwelt-Standards die Importe stark steigen könnten und so die Absatzpreise der europäischen Rindfleischproduzenten unter Druck geraten könnten.[2]

    • Wer profitiert mehr vom EU-Mercosur-Freihandelsabkommen?

    Das Abkommen soll langfristig das Wirtschaftswachstum in beiden Regionen fördern, wobei die südamerikanischen Länder laut Modellsimulationen stärker profitieren könnte als Europa.

    • Weshalb äussern Umwelt- und Klimaschutzorganisationen Kritik am Abkommen?

    Kritiker befürchten, dass das Abkommen die Entwaldung des Amazonas-Regenwaldes beschleunigen und die globalen Treibhausgasemissionen erhöhen könnte, da die im Abkommen ausgehandelten Nachhaltigkeitsklauseln nicht ausreichend seien. Das Handelsabkommen erhöhe die Anreize neue Ackerbauflächen zu gewinnen, um mehr Agrargüter nach Europa zu exportieren.

    • Welche EU-Staaten sind gegen das Handelsabkommen?

    Einige EU-Mitgliedstaaten, insbesondere Frankreich, Ungarn, Österreich, Polen und zuletzt auch Italien, stehen dem Abkommen kritisch gegenüber und fürchten um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Landwirte. Die Ratifizierung des Abkommens in der EU muss nicht einstimmig erfolgen, sondern erfordert nur eine Mehrheit im Rat der EU-Länder und im Europäischen Parlament.

    • Welche Bedeutung hat das Freihandelsabkommen für den Welthandel?

      Das Abkommen stärkt die wirtschaftliche Unabhängigkeit beider Blöcke und sendet ein Signal gegen wachsende Abschottungstendenzen der USA. Mit der Unterzeichnung des Abkommens will die EU auch ein Zeichen setzen, dass sie eine regelbasierte Welthandelsordnung verteidigen möchte.  


      [1] Quelle: https://www.consilium.europa.eu/de/infographics/eu-mercosur-trade/

      [2] Vgl. https://policy.trade.ec.europa.eu/eu-trade-relationships-country-and-region/countries-and-regions/mercosur/eu-mercosur-agreement/factsheet-eu-mercosur-partnership-agreement-opening-opportunities-european-farmers_de

    1. «Ich werde für Europa wählen. Es braucht mehr Offenheit!»

      «Ich werde für Europa wählen. Es braucht mehr Offenheit!»

      Ton Harmes steht in der wahrscheinlich schönsten Buchhandlung von Europa. Sie hat sich in Maastricht in einer stillgelegten Dominikaner-Kirche eingerichtet.

      Im Grunde habe sie aber eigentlich immer noch ihre ursprüngliche Funktion. Sie sei ein Begegnungszentrum, meint der Direktor der «Boekhandel Dominicanen» . Hier treffen Menschen, die einkaufen, auf Ideen und Geschichten auf Papier.

      «All unsere Bücher hier sind das Produkt von Europa, von europäischer Zusammenarbeit. Wir Menschen entwickeln Ideen nicht allein, sondern weil wir auf Reisen andere Menschen treffen.»

      Für den Niederländer Ton Harmes ist Europa, neben Reisen und viel kulturellem Erbe, natürlich aber vor allem die Summe von vielen alltäglich gewordenen Erleichterungen. Dabei denkt er in erster Linie an seine Kasse.

      «Es geht nicht mehr ohne Europa. Denken Sie an die Zeit vor dem Euro: Wir mussten alle Währungen in der Kasse haben; die D-Mark, niederländische Gulden, Franc, Pfund…»

      Kein Zufall, dass Ton Harmes so schnell auf den Euro zu sprechen kommt. In Maastricht wurde 1992 der Maastricht Vertrag unterzeichnet und damit die Europäische Union geschaffen. Wer heute von der EU spricht, meint jenes Europa, das in seinen Grundzügen von den EU-Staats- und Regierungschefinnen. Hier wurde auch die gemeinsame Währung Euro beschlossen.

      Damit bekam Europa ein Gesicht. Maastricht steht für den freien Personenverkehr, für die Unionsbürgerschaft und für ein enormes Fitness-Programm, um den europäischen Binnenmarkt zu verbessern. Europa wurde für seine Bürgerinnen und Bürger greifbar und angreifbar.

      Hierfür stehe symbolisch der Name Maastricht, sagt der Historiker Bart Stol.

      «Erst nach und nach werden wir uns bewusst, welche Bedeutung der Maastricht-Vertrag auf unser tägliches Leben hat.»

      Immer noch.

      Ohne Maastricht kein Brexit

      Maastricht sei aber auch der Geburtsort der weitverbreiteten «Euroskepsis», meint Bart Stol, offizieller Archivar des Maastrichter Vertrags.

      «Mit dem Vertrag von Maastricht rückt Europa zusammen. Das weckt viel Skepsis gegenüber Europa.»

      In Maastricht sei auch der Grundstein für den «Brexit» gelegt. Dieses Mehr an europäischer Zusammenarbeit wurde der konservativen britischen Regierung zu viel.

      Solche Begegnungen mit Menschen, die ihre Sicht auf Europa erzählen, eröffnet die EuroVelo 19, Die Maas-Veloroute in grosser Zahl. Sie führt von der Mündung der Maas im Zentrum von Frankreich durch die Ardennen, durch die Wallonie und Flandern in Belgien und dann durch die Niederlande bis an den Ärmelkanal.

      Jeden Sonntag sitzt Michael auf seinem Klappstuhl an der Maas. Er fischt aus Leidenschaft. Fängt am liebsten Flussbarben. Er wirft sie alle zurück ins Wasser. Normalerweise. Bis hat er aber noch nichts gefangen. Michael ist einer dieser Euroskeptiker.

      «Europa ist ein Chaos», meint er. Michael glaubt, eine Gegenbewegung in Europa zu erkennen. Endlich. Regierungen würden sich wieder stärker für ihre nationalen Interessen starkmachen.
      «Überall nimmt der Nationalismus wieder zu. Weil viele europäischen Regierungen sich in der Vergangenheit um alles und jeden kümmerten, ausser um das Wohl ihrer eigenen Bevölkerung.»
      Was Michael beobachtet, könnte sich bei den Europawahlen bestätigen. Europa-kritischen Parteien werden Gewinne vorausgesagt.

      Michael holt aus und wirft seinen Haken in den Flusslauf.

      Naives Europa

      Jacques, pensionierter Feuerwehrmann aus Paris, besucht seine Eltern in der Region. Er liebt die gewaltige Natur entlang des Flusses. Er findet, dass die EU in den letzten Jahren einen guten Job gemacht habe. Insbesondere beim Klimaschutz. Er findet auch, dass Europa noch stärker ein Block werden müssen, um gegenüber den grossen Machtblöcken USA oder China nicht aufgerieben zu werden.

      Aber er hält die EU zuweilen für etwas zu gutgläubig. Auch beim Klimaschutz.

      «Die anderen Grossmächte foutieren sich um den Umweltschutz. Wir in Europa glauben, es besser als alle anderen machen zu müssen. Ich bin nicht sicher, ob diese Rechnung dereinst aufgeht.»

      Die Bienenzüchterin und Gastwirtin Lydia widerspricht. Sie offeriert in ihrer Taverne neben dem europäischen Biermuseum ein lokal gebrauchtes Bio-Bier.

      «Dieser Planet ist das Wichtigste, was die Menschheit hat. Nicht eine, alle Parteien, alle Menschen müssen sich für den Klimaschutz engagieren.»

      Lydia wählt pro-europäische Parteien und Frauen, weil Frauen ja noch gar nicht so lange wählen könnten, meint sie mit einem Augenzwinkern. Weitere Mitglieder sollte die EU aufnehmen. Um den Frieden zu sichern, um den Handel zu fördern, für mehr Kooperation. Ein Gewinn für alle, meint Lydia.

      «Natürlich nehme ich an den Europawahlen teil. Ich wähle pro-europäisch. Es braucht mehr Offenheit.»

      Friedensprojekt Europa

      Auch der Direktor des Weltfriedenszentrums in Verdun hält die europäische Integration für wichtig. Gewissermassen von Amtes wegen. Sein Zentrum wurde vom französischen Präsidenten und dem deutschen Bundeskanzler initiiert. Als Zeichen der Versöhnung. In Verdun gaben sich Helmut Kohl und François Mitterand die Hand an einer der Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkrieges.

      Im Garten des «Zentrums für den Frieden in der Welt, der Freiheiten und Menschenrechte» können Besucherinnen eine Freundschaftsglocke anklingen lassen. Direktor Philippe Hansch hat Europa diese zentrale Aufgabe: Menschen vor Krieg zu schützen

      «Es ist wichtig, dass wir Menschen uns für den Frieden interessieren. Wir nörgeln den ganzen Tag, was alles falsch läuft in Europa. Dabei vergessen wir, dass Europa den Frieden sichert.»

      In und rund um Verdun wird aber vor allem der Krieg ausgestellt. Überall stehen Wegweiser zu Gedenkstätten an die beiden Weltkriege. In Verdun starben Hunderttausende Soldaten im Granatenhagel.

      Joël Nogier vom Tourismuszentrum hat keine Mühe mit diesem Image von Verdun. Es sei eben wichtig, sich an den Krieg zu erinnern, damit sich die Geschichte nicht wiederhole.

      Aktuelle reisen viele Schulklassen nach Verdun. Das hängt auch mit dem Krieg in der Ukraine zusammen. Wer im Internet nach «Verdun» sucht, erhält auch Suchergebnisse, die auf Massaker der russischen Armee in der Ukraine hinweisen.

      «Bachmut in der Ukraine und andere Orte von Massakern der russischen Armee in der Ukraine werden am häufigsten genannt im Zusammenhang mit Verdun.»

      Aurore hat viele Gedenkstätten besucht, als Schülerin. Sie wuchs in der Region rund um Verdun auf.
      «Wir dürfen nie vergessen, dass der Krieg zurückkommen kann. Wir sehen das in anderen Ländern.»

      Die Fahrrad-Route EuroVelo 19 beginnt bei der Quelle der Maas und endet bei der Mündung am Ärmelkanal. Sie führt mitten durch Europa.

      Am Wegrand zwischen Verdun und Maastricht stehen vor den Europawahlen grosse Erwartungen an Europa, aber auch enttäuschte Hoffnungen.

    2. Das EU-Parlament stimmt für eine Lockerung der Gentech-Regeln für Saatgut

      Das EU-Parlament stimmt für eine Lockerung der Gentech-Regeln für Saatgut

      Das EU-Parlament hat

      weniger strengen Regeln zugestimmt für gentechnisch veränderte Lebensmittel. Neue Gentechnik-Verfahren erlauben Züchtungen von Pflanzen, die auch durch herkömmliche Methoden wie Selektion hätten entstehen können. Der Landwirtschaft sollen so rascher Pflanzen zur Verfügung stehen, die widerstandsfähiger sind gegen Schädlinge oder besser mit Klimaveränderungen zurechtkommen.

      Warnende Stimmen aus dem links-grünen politischen Lager im EU-Parlament fanden keine Mehrheit.

    3. Endlich installiert Europa viele Solarpanels

      Gemäss den neusten Marktzahlen der Branchen-Organisation Solar Power Europe haben die EU-Länder im letzten Jahr eine rekordhohe Anzahl von Solar-Panels installiert. Vor allem in Deutschland wurden viele Solarkraft-Anlagen installiert.

      Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, sagt am WEF 2023 in Davos, im vergangenen Jahr 2023 habe die EU erstmals mehr Strom aus Wind- und Sonnenenergie erzeugt als aus Gas. Und im 2024 werde man erstmals insgesamt mehr Energie aus Windkraft und Photovoltaik beziehen als aus Russland. “Das sind gute Neuigkeiten”, sagte von der Leyen.

      Sie verwies zudem darauf, dass nach jüngsten Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) das Kapazitätswachstum bei erneuerbaren Energien in der Europäischen Union 2023 einen weiteren Rekordwert erreicht habe. Zugleich sei Effizienz des Energieverbrauchs um fast fünf Prozent gestiegen.

      Als Hintergrund der Entwicklungen nannte von der Leyen insbesondere die Bemühungen, sich von der Abhängigkeit von Russland zu lösen.