Schlagwort: Umwelt

  • Mit Hunderten Milliarden Euro will die EU ihren Einfluss in der Welt nachhaltig ausbauen

    Mit Hunderten Milliarden Euro will die EU ihren Einfluss in der Welt nachhaltig ausbauen

    Die Initiative der Europäischen Union soll Global Gateway heissen.

    Rund 300 Milliarden Euro will die EU in den kommenden sechs Jahren in Entwicklungs- und Schwellenländern investieren in nachhaltige Infrastrukturen wie Strassen, Eisenbahnnetze oder Internet-Daten-Netze.

    Hintergrund ist der wachsende Einfluss Chinas in Afrika oder Südasien. Dank Chinas “Neues Seidenstrassen-Programm” wurde in den letzten sieben Jahren der Einfluss des strategischen Rivalen von Europa immer deutlicher.

    Die EU will nun -reichlich spät- aufholen und ein Gegengewicht schaffen, vor allem mit der Förderung von Projekten, die den Umwelt- und Klimaschutz stärken.

    Warum lanciert die EU das Programm “Global Gateway”?

    Auf keiner offiziellen Mitteilung der EU wird China erwähnt. Aber es ist kein Geheimnis, dass “Global Gateway” der Versuch der EU ist, ein Gegengewicht zum steigenden Einfluss Chinas überall in der Welt zu schaffen.

    Die EU und viele EU-Mitgliedsländer investieren seit vielen Jahren grosse Summen in Förderprojekte in zahlreichen Ländern in Afrika oder Asien. Diese Investitionen werden aber kaum wahrgenommen als Beitrag Europas. Das möchte die EU nun ändern.

    “Tue Gutes und sprich (viel lauter) darüber” das ist die neue Losung.

    Mit dem Programm will die EU auch unterstreichen, dass sie als Machtfaktor im globalen Wettstreit der Grossmächte wahrgenommen werden möchte.

    Gleich wie China, oder die USA, will auch die EU ihren Einfluss auf die Weltpolitik ausbauen.

    Wohin fliessen die Milliarden-Investitionen der EU?

    Kredite der EU, der Europäischen Investitionsbank, gekoppelt an private Gelder sollen in erster Linie in nachhaltige Projekte fliessen. Das soll zum Markenzeichen der EU werden, dass diese einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leistet.

    Im Vordergrund stehen darum Investitionen in nachhaltigen Transportsysteme, primär in den Ausbau von Schienennetzen.

    Denkbar sind auch Investitionen in den Ausbau von Alternativen Energiequellen (Solar-, Wind-, Wasserkraft) und die Förderung einer klima-neutralen Produktion von Wasserstoff.

    Auch der Ausbau von Datennetzen soll gefördert werden, also von Glasfaser- und Mobilfunknetzen für schnelle Internetverbindungen. Weiterer möglicher Fokus: die umweltverträgliche Förderung von Rohstoffen.

    Warum ist die Initiative der Europäischen Union bereits umstritten?

    Grundsätzlich sind sich zwar alle einig, dass es eine solche europäische Investitionsoffensive braucht mit globalen Ambitionen.

    Im Detail gibt es aber viel Kritik, schon jetzt.

    Das Programm sei zu klein, also mit zu wenig Geld hinterlegt, kritisieren zum Beispiel Abgeordnete im EU-Parlament. Sie kritisieren zum Teil auch, dass es zu Doppelspurigkeiten kommen wird, da ja einzelne EU-Ländern weiterhin direkt selber mit Investitionen in bestimmten Regionen Einfluss nehmen wollen.

    Das Programm führe daher kaum zu mehr (positiver) Wahrnehmung der EU. Es fehlten klare Prioritäten.

    Auch andere Sachverständige relativieren die Wirkung des Programms. Sie verweisen darauf, dass China zum Beispiel in Afrika in absoluten Zahlen weniger investiere als die EU, aber deutlich mehr staatliche Dienstleistungen exportiere. China stellt etwa günstige Kredite für den Bau einer Eisenbahnlinie zur Verfügung, gekoppelt an die Verpflichtung, dass chinesische Baufirmen die Arbeiten ausführen. China gewinnt doppelt.

    Der Ansatz der EU, Investitionen zu fördern, aber private Auftragnehmer die Projekte realisieren zu lassen, sei zu naiv. Es fehlten Garantien, dass europäische Unternehmen davon profitierten. Das mahnen die Wirtschaftsverbände an. Sie verlangen -analog zum Ansatz von China- Garantieren für Gegengeschäfte von jenen Ländern, die von EU-Investitionen profitieren.

    Kritik gibt es auch ganz simpel am Namen. “Global Gateway” sei falsch, sagt Business Europe, der Dachverband der Arbeitgeber. Dieses Label sei nicht ausreichend attraktiv, um damit Werbung machen zu können.

  • EU sucht nach Corona-Pandemie  mehr industrielle Autonomie von China

    EU sucht nach Corona-Pandemie mehr industrielle Autonomie von China

    Bis vor kurzem steckte die Autoindustrie in der Absatzkrise wegen Corona. Doch nun kommen die Hersteller in Europa kaum noch nach mit Produzieren. Der Grund: Die Nachfrage ist da, doch es mangelt an wichtigen Teilen für die Fabrikation. Besonders zu schaffen macht den Autobauern der weltweite Engpass bei Computerchips.

    Von Jan Baumann

    SRF, Echo der Zeit, 5. Mai 2021

    Die Europäische Union möchte mit gezielter Förderung der Chip-Industrie mehr industrielle Unabhängigkeit gewinnen.

    Das ist eine direkte Erkenntnis aus der Corona-Pandemie. Sie hat etwa im Gesundheits-Sektor offenbart, dass der Produktionsstandort Europa in vielen Bereichen zu sehr von Zuliefer-Firmen ausserhalb Europas abhängig sind.

    Die EU will nun Gegensteuer geben. Beim Ziel ist man sich einig, aber die Mittel bleiben umstritten. Streitpunkt ist die Frage, wieviel staatliche Lenkung es letztlich braucht.

    SRF, Echo der Zeit, 5. Mai 2021
  • Dringend gesucht in der EU: E-Zapfsäulen, überall!

    Dringend gesucht in der EU: E-Zapfsäulen, überall!

    Die einzige gute Nachricht vorneweg: Beim Standard für Ladekabel für Elektroautos scheint sich das Fiasko nicht zu wiederholen, welches wir von den Mobiltelefonen noch in bester Erinnerung behalten. Am standardisierten Einstöpseln liegt es nicht. Aber an allem anderen fehlt es, stellt der Europäische Rechnungshof fest.

    Das Ziel wären eine Million Ladestationen in Europa bis 2025. Erst ein Viertel ist geschafft. Um das Ziel zu erreichen, müssten ab sofort jede Woche 3’000 neue Ladepunkte in Europa eröffnet werden. “Lückenhaft” sei der Plan der EU heisst es darum in einem sehr kritischen Prüfbericht.

    Einmal mehr klaffen in der EU Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander.

    Sieben von zehn Ladestationen stehen laut dem EU-Rechnungshof in gerade einmal drei EU-Staaten, in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Eine Schere öffne sich: Immer mehr Konsumentinnen steigen auf ein Elektroauto um, das Netz an Ladestationen kann nicht Schritt halten.

    Trotz zahlreicher EU-Kredite fehlten aktuelle Informationen zur Verfügbarkeit von Ladestationen. Und wer dann mal eine neue E-Zapfsäule gefunden hat und ansteuert, muss starke Nerven haben. “Einmal Batterie voll, bitte”, kann kompliziert werden: Es fehlen harmonisierte Preis- und Zahlungssysteme. Einmal wird in Euro pro Kilowatt abgerechnet, ein andermal in Euro pro Minute Ladezeit oder dann einmal in Euro pro Ladung. Preisvergleiche sind unter diesen Voraussetzungen unmöglich.

    Ansonsten wünscht der EU-Rechnungshof einfach eine gute Reise und schöne Ferien…

  • Gute Aussichten auf klares Wasser im Sommer

    Gute Aussichten auf klares Wasser im Sommer

    Es wird nicht der Sommer der grossen Reisen sein. Die Corona-Pandemie ist schuld.

    Trotzdem: Wenn sich jemand in die Fluten wirft, sollte er oder sie wissen, welche Schadstoffe uns im Wasser erwarten.

    Grundregel: Im Meer baden ist unbedenklicher.

    Binnengewässer können ein Problem sein.

    Nicht selten liegt es an der Landwirtschaft rund um das entsprechende Gewässer.

    Wer es genau wissen will: Die EU-Umweltagentur, die diese Untersuchungen schon seit vielen Jahren koordiniert, gibt einen Ausblick auf die Badesaison 2020 in Europa.

    Nach verschiedenen Suchkriterien lässt sich der Traumstrand finden…From Wikimedia Commons, the free media repository

  • Die EU-Kommission präsentiert Klima-Gesetz

    Die EU-Kommission präsentiert Klima-Gesetz

    Europa wird bis 2050 nicht mehr klimaschädliches CO2 ausstossen, als der Kontinent gleichzeitig kompensiert.

    Vor ein paar Wochen einigten sich die Mitgliedsstaaten der EU ‘politisch’ auf dieses Ziel ‘Klima-Neutralität‘.

    Nun legt die EU-Kommission nach und übergibt dem Parlament und dem EU-Rat zur Beratung das entsprechende Klima-Gesetz.

    Tritt es in Kraft, dann sind die EU-Staaten auch ‘juristisch’ dazu verpflichtet, deutlich mehr als bisher für den Klimaschutz zu tun.

    Das Klimagesetz ist gewissermassen das Herzstück des europäischen «Green-Deal». Diese Klimastrategie wird gegen 60 Gesetzes-Anpassungen erfordern.

    Mehr Informationen zum Green Deal von der EU-Kommission.

  • Der «Green-Deal» der EU erklärt

    Der «Green-Deal» der EU erklärt

    Die neue EU-Kommission unter der Leitung von Ursula von der Leyen legt einen Umwelt- und Klimaschutz-Plan vor, der zum Ziel hat, dass die EU bis 2050 klimaneutral ist.

    (mehr …)